Richtung Kunst - Großer Herbstrundgang der SpinnereiGalerien

11.09.2010 - 12.09.2010

Die SPINNEREI lädt Sie wieder herzlich zum Großen Herbstrundgang der SpinnereiGalerien ein. Alle Galerien und Ausstellungsflächen eröffnen am 11.Septmber 2010 um 11 Uhr neue Ausstellungen vielseitiger Kunstpositionen.

mehr...

01./02.Mai 2010 Großer Frühjahrsrundgang der SpinnereiGalerien

ZEIT FÜR KUNST Mit einem Besucherrekord ist der Große Frühjahrsrundgang der SpinnereiGalerien zu Ende gegangen. Geschätzte 15.000 Besucher haben sich am Rundgangswochenende des 1. und 2. Mai auf dem Gelände der ehemals größten Baumwollspinnerei des Kontinents eingefunden, um in 15 Galerien und Ausstellungsflächen neu eröffnete Ausstellungen zu sehen.

Nicht nur Leipziger sondern Kunstinteressierte aus aller Welt zog es am Wochenende auf das Gelände, das als eigener "Kosmos der Kunst" immer mehr internationale Bekanntheit erlangt. Die Internationalität des diesjährigen Frühjahrsrundgangs wurde nicht zuletzt durch die Romanian Cultural Resolution, der Sonderausstellung zeitgenössischer rumänischer Kunst in der WERKSCHAUHALLE, sowie durch die Gruppenausstellung in HALLE 14, dem einzigen gemeinützigen Ausstellungsraum auf dem Gelände, unterstrichen.

Die Ausstellungen sind zum Großteil noch bis in den Juni hinein zu sehen. Weitere Infos unter http://spinnereigalerien.de/ausstellungen/

Zu den Pressestimmen hier

Die nächsten Rundgangstermine hier

Bildergalerie zum Frühjahrsrundgang

Fotografen: Thomas Riese 1-11, Bertram Schultze 12

Ausstellungen des Frühjahrsrundgangs der SpinnereiGalerien

in der Besprechung von Susann Buhl

ASPN, Halle 20 – Jochen Plogsties (Malerei)

(01. Mai – 12. Juni 2010)

Die kleine, aber sehr feine Ausstellung hat es in sich: die Malerei von Jochen Plogsties zeigt trotz losgelöster Raumgefüge immer wieder Versatzstücke von Landschaften, Architektur und Szenerien. Mensch oder Tier(e) tauchen auf aus raumloser Finsternis und leben dadurch auf den Bildern in verstärkter Präsenz. Die Formate sind ganz unterschiedlich, aber die kleinen Arbeiten bestehen mühelos zwischen den großformatigen Leinwänden. Dabei ist die Sicherheit der Zeichnung, die verblüffende Plastizität des Dargestellten sowie das diesem zugrunde liegende handwerkliche Können des Künstlers Nährboden und Hintergrund für sein Spiel mit Raum und Zeit im amorph überlagerten, prozessual gestalteten Bild.

b2, Halle 20 – Katharina Immekus „Täglich“ (Zeichnungen / Linolschnitte)

(01. – 29. Mai 2010)

Drei beeindruckend große Linolschnitte zeigen täglich wiederkehrende Eindrücke der Gewohnheiten aus dem Alltag von Katharina Immekus: immer wieder Gassigehen, immer wieder der gleiche Fenster(aus)blick und doch ist alles immer wieder anders...

Die auf einer dunklen Wand gehängten 366 Zeichnungen vom 17.02.2009 bis zum 17.02.2010 zeigen ‚chronologisch’ ein Jahr und einen Tag im Leben der Künstlerin. Zeichnungen, die in Inhalt und Form so vielfältig sind, wie das Sein eben selbst. Mal schwarz-weiß und mal farbig, hier strengstens grafisch, dort malerisch, mal detailversessen professionell und mal kindlich reduziert geben sie Gegenstände, Gefühle und Gedanken wie die Momentaufnahmen und Zustandsbeschreibungen eines Tagebuchs auf künstlerische Weise wider.

Columbus Art Foundation, Halle 14 – „schrägterrain“ Jörg Baier, Gabriele Basch, Annett Bienhaus, Wolfgang Flad, Myriam Holme, Nada Sebestyén

(1. Mai - 13. Juni 2010)

Die in dieser Ausstellung gezeigten Arbeiten kommen grob formuliert aus ganz unterschiedlichen Richtungen und mit ganz unterschiedlichen formalen und inhaltlichen (Bild)Mitteln daher. Wenn man sie irgendwie zusammenbinden möchte, kann man es vielleicht so formulieren, dass sie sich alle mehr oder minder mit unserer Umwelt, unserem Erfahrungshorizont und unseren Strategien zum Verständnis beschäftigen. Ob Malerei, Grafik oder Installation, ob gefällige Schönheit, drastische Aufsplitterung oder düstere Ornamentik – alle wollen sie uns neue Sichtachsen auf unser Naturverhältnis offerieren.

Dogenhaus Galerie, Halle 4 – Oliver Kossack „Metadata from Ex-world“ (Malerei)

(01. Mai – 20. Juni 2010)

Ob es nun zu Ikonen unserer Unterhaltungskultur gewordene Bilder wie beispielsweise die Schlümpfe und die herausgestreckte ‚Rolling-Stones-Zunge’ oder aber einfach nur uns wohl vertraute Icons wie Pfeile, Zahlen oder Buchstaben sind, die bunt präsentiert und wild durcheinander gewürfelt daherkommen – Oliver Kossack hat sichtliche Freude daran uns diese Symbole, Zeichen und Sinnbilder auf seinen großformatigen Malereien möglichst knallig, möglichst unbändig, möglichst freimütig ‚um die Ohren zu pfeffern’.

Doch der scheinbar so spontane Malrausch erweist sich nicht erst nach Studium der Titel schon bald als wohldurchdachtes Spiel mit abstrakten Konzepten und eben ‚Metadaten’ unserer Wahrnehmungswelten.

Filipp Rosbach Galerie, Halle 20 – „New bottle Old wine“ David O'Kane, Alexander König, Sebastian Debold, Carol Anne McGowan (Malerei / Skulptur)

(01. Mai – 12. Juni 2010)

Wer denkt bei diesem Titel nicht an den Antagonismus zum biblischen „Neuen Wein in alten Schläuchen“, der ja - wie dort erklärt wird - nicht funktionieren kann... Hier bei der Umkehrung funktioniert alles auf’s Vortrefflichste: der ‚alte Wein’ – Wortbild für das Gereifte, die Erfahrungen und Errungenschaften der Altvorderen – wird von den zeitgenössischen Künstlern im neuen Kleid und mit den Mitteln der heutigen Kunst virtuos verarbeitet und verwandelt.

In der Präsentation stimmt sowohl die Zusammenstellung der Arbeiten von den vier Künstlern, als auch das Zusammenspiel von Skulptur, Video und Malerei im Raum.

Galeria Hilario Galguera, Halle 4 – Sante d’Orazio „Scratch Me!“ (Fotografie / Video)

(01. Mai – 26. Juni 2010)

Der Italo-Amerikaner gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Pop-(Kultur)-Ikonen unserer Zeit. Keith Richards, Pamela Anderson, Penelope Cruz verdanken ihm wundervolle Porträts.

Lange Zeit als Modefotograf tätig und vor allem als Aktfotograf gefeiert, zeigen seine „Scratch“-Arbeiten – in Anspielung auf den Titel des im unteren Teil der Ausstellung laufenden, von Sante d’Orazio bearbeiteten pornographischen Films „Scratch This“ von 1970 – im oberen Teil Bilder von bekannten und berühmten Schönheiten deren Identität durch ‚Auskratzen’ ihrer Gesichter und/oder bestimmter Körperteile eliminiert wurde.

Der Künstler sieht seine Arbeiten als memento mori – er sagt, dass er mit der Auslöschung der Identität der Gezeigten förmlich auch deren Existenz ‚ausradiere’.

Galerie EIGEN + ART, Halle 5 – Matthias Weischer „In Monte Carlo“ (Malerei)

(01. Mai – 28. August 2010)

Wer rein will, wird erst einmal durch einen in den Ausstellungsraum, direkt hinter dem Eingang quer gestellten Wandriegel ausgebremst. Man muss herumgehen und sieht zuvor nur die schriftlich auf dem Block fixierten faktischen Daten der Ausstellung. Dann steht man in der großen Halle der Galerie und ist zunächst einmal nur überrascht. Statt der erwarteten großen, braundüsteren weischerschen Innraumverschachtelungen, werden hier viele kleinformatige Arbeiten gezeigt, die in weiten Teilen durch ihre duftig-luftige Farbigkeit verblüffen. Es ist als hätte ein mediterraner Frühlingshauch sowohl die Farbpalette als auch den Bild-Raum befreit.

Galerie Kleindienst, Halle 3 – Henriette Grahnert „forum profanum“ (Installation)

(01. – 29. Mai 2010)

Eine Treppengeländer-Achterbahn, bei der Handlauf gleich Fahrbahn ist, ventilatorbewegte Fransen-Tür-Bogen-Vorhänge, die aus Plastikmüllsäcken verschiedener Couleur geschnitten wurden, eine vermeintlicher Hauseingang führt nach dem Öffnen der Tür in die Schul-Schäm-Ecke... Die streng-grafischen Malereien an den Wänden – das macht die Ausstellungsbenennung und der kleine Raum besonders deutlich – sind als Teil der Installation Henriette Grahnerts zu betrachten.

Die Künstlerin versucht im forum profanum den alltäglichen Abfällen und Schmuddelecken eine Plattform und dank künstlerisch aufwertendem Rahmen Bedeutung zu verleihen. Die assoziative Nähe des gewählten Titels zur altrömischen Machtbautenversammlung des forum romanum ist dabei gewollt zur zusätzlichen Aufwertung der ärmlichen Alltagsdinge eingesetzt.

HALLE 14 – „An das Gerät“ Mark Bain (US), Barking Dogs United (GR/DE), Roddy Bell (NO), Ensemble für intuitive Musik (DE), Klaus Hähner-Springmühl (DE), Ingrid Hora (IT), Kim Jones (US), Björn Jung (DE), Deborah Kelly (AU), Paul Etienne Lincoln (US), David Link (DE), Liisa Lounila (FI), Tea Mäkipää (FI), Maywa Denki (JP), Heike Mutter & Ulrich Genth (DE), Annette & Steffen Schäffler (DE), Gebhard Sengmüller (AT), Claude Shannon (US), Stelarc (AU), Oscar G. Torres (US), Halldór Úlfarsson (IS), Morten Viskum (NO), Jim Whiting (DE), Krzysztof Wodiczko (US), Zafos Xagoraris (GR)

(01. Mai – 25. Juli 2010)

Wie entsteht Kunst? Was benutzt der Künstler/die Künstlerin um Kunst ‚herzustellen’? Wieviel Arbeit steckt in einem Kunstwerk? Die Ausstellung „An das Gerät“ begibt sich zurück zur Entstehung von Kunst – um genauer zu sein sogar ein bisschen vor diesen Punkt. Dass es dabei nicht vornehmlich um die klassisch bemalte Leinwand gehen soll, versteht sich fast von selbst. Gezeigt wird die Schnittstelle zwischen Kunst und Erfindertum. Überall blinkt und klingt es. Die aufwendige Bastelarbeit zu einem Puppentrickfilm („Der Perrückenmacher“, London 1999) oder die seltsamen Geräte zum Denkverstärken („Thinking booster“) oder Lusttanken („Lust-Station“) und viele andere mehr laden zum näheren Herantreten, Anfassen, Ausprobieren und Erleben ein.

Laden fuer Nichts, Halle 18 – Rigo Schmidt „Brickland“ (Malerei)

(01. Mai – 05. Juni 2010)

Sind wir Menschen Teil der uns umgebenden Natur oder Ergebnis unserer eigenen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklung?! Im Spannungsfeld dieser scheinbar unversöhnlichen Widersprüchlichkeit bewegt sich die Fragestellung und Ausgangsposition Rigo Schmidts. Seine kleinformatigen, tonigen Malereien beschäftigen sich auf eigenartig realistisch-surreale Art mit Mythen, Ikonen, Postulaten, Träumen und Ängsten der Menschheitsgeschichte. Die oft seltsam erzählerische, doppelte Einfrierung bestimmter Momente erreicht Schmidt durch die doppelte Reproduktion von Realität, indem seine Bilder jeweils Abbilder anderer Bilder – meist ‚gefundener’ Fotografien – sind.

LIA, Halle 18 – Internationale Stipendiaten und Israel:Mai Yamashita und Naoto Kobayashi, Ksenia Galiaeva, Vincent Kristes, Etamar Beglikters

(01./02. Mai 2010)

Die Ausstellung des LIA zeigt Performance-Grafiken der japanischen Medienkünstler Mai Yamashita+Naoto Kobayashi (Japan Foundation), Spurensuche in der russischen Herkunfts-Heimat der niederländischen Fotografin Ksenia Galiaeva (Fonds BKVB) sowie die konzeptuellen Malerei-Arbeiten des Schweizers Vincent Kristes (Christoph Merian Stiftung) und Objekte Etamar Beglikters (Referat für Europäische und Int. Zusammenarbeit der Stadt Leipzig) aus Israel.

Maerzgalerie, Halle 6 – Steffen Junghans „Kapitulation“ (Fotografie)

(01. Mai – 10. Juli 2010)

Die Fotografie gilt seit ihrer Erfindung/Entdeckung vermeintlich als die einzige Möglichkeit, Realität absolut identisch und wahrhaftig wiederzugeben. Mit dem Titel der Ausstellung spielt Steffen Junghans auf die Unmöglichkeit dieses Unterfangens an. Eine Fotografie ist eine Fotografie – nie aber zweite Realität oder gar Abbild der Wahrheit! Die Kapitulation vor diesem Anspruch begreift er jedoch als einmalige Chance sich mittels der Fotografie neu in der Welt zu bewegen. Was dabei entsteht sind Bilder von traumwandlerischer Schönheit: ein Richter in roter Robe in Verzweiflungspose, eine Diakonissin in abgewandt lasziver Zuwendungshaltung, ein sich verbeugender Dirigent... Die freigestellte Skala eines alten Röhrenradios, welche Erinnerungsschlangen aus unserer Vergangenheit wachruft und ein großformatiges Schneebild, dass das Auge mit Weiß verwirrt sind weiter Highlights einer wirklich gelungen Ausstellung.

Spinnerei archiv massiv, Halle 20 – Christiane Baumgartner „Out of the blue“ (Holzschnitt) und Holger Teupel „Bildarchive 11“ (Film)

(beide 01. Mai – 30. Juni 2010)

Christiane Baumgartner wie sie filmt und schneidet. Die horizontal-linierten Holzschnitte der Leipzigerin sind inzwischen weltbekannt und doch immer wieder neu. Besonders auffällig ist in dieser Ausstellung die starke Rasterung des Schnitts „Luftbild“. Das im doppelten Sinne ‚altvertraute’ Motiv ist wieder ein Still aus einem der Kriegspropagandafilme des Zweiten Weltkrieges. Aus zahlreichen Dokumentationen aber auch aus früheren Arbeiten der Künstlerin bereits von geläufigem Wiedererkennungswert. Doch auffällig sind die fast quadratischen Raster in weiten Teilen des Bildes sie entstehen durch das Abfilmen des Films vom Bildschirm per Videokamera und werden dann getreulich auf den Druckstock übernommen.

Nebenan wird in einem getrennten Raum ein Film vom ‚Spinnereichronisten’ Holger Teupel zu Werden und Wandel der Spinnerei in den letzten fünf Jahren gezeigt.

Universal Cube, Halle 14 – „Blockade“ Benjamin Bronni, Nils Christensen, Katya Lachowicz, Bettina Leib, Jessica Mayer, Anike Joyce Sadiq, Danny Schulz, Pedro von Wirz, Johanna Maria Zehendner, Laura Zinser

(01. – 30. Mai 2010)

Beim Frühjahrsrundgang der Spinnerei-Galerien wurde im Universal Cube eine kooperative Gemeinschaftsausstellung von Studierende der Klasse von Professorin Birgit Brenner (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) und Studierende der Klasse von Prof. Joachim Blank (HGB Leipzig) eröffnet. Die Studenten zeigen hier Malerei, Plastik, Fotografie und Installationen.

WERKSCHAUHALLE, Halle 12 – Zeitgenössische Kunst aus Rumänien: „Romanian Cultural Resolution“

(01. – 31. Mai 2010)

Wo Rumänien liegt wissen wir, was dort passiert – vor allem im künstlerischen Bereich – bekommen wir nur sehr selten zu sehen. Die Sonderausstellung der Werkschauhalle bietet eine einmalige Möglichkeit verschiedene Positionen zeitgenössischer rumänischer Kunst 20 Jahre nach der Zerschlagung der Diktatur Ceausescus zwischen Rückbesinnung auf kulturelle Identität auf der einen, Umgang mit dem Trauma der Unterdrückung, der Katharsis der Befreiung und dem Traum von der vermeintlich goldenen Zukunft auf der anderen Seite zu erleben.

Die  Schau besteht aus vier einzeln kuratierten Projekten, die ein möglichst breites Spektrum dieser Kunst präsentieren wollen. Berückend ist in allen Teilen immer wieder die direkte wie indirekte physische Präsenz der Künstler selbst, egal ob in Filmen, bei denen die Linse immer direkt an den Protagonisten zu kleben scheint („City of Bucur“ von Aurelia Mihai), oder wie bei der Arbeit von Cristian Rusu, der den Namen der „CALLE DELLA MORTE“ in Venedig so lange filmt, bis seine Kräfte versagen.

Der von Mihnea Mircan kuratierte Teil „An Image instead of a Title“beschäftigt sich vor allem mit kultureller, politischer und sozialer Geschichte und den verschiednen Modellen des Archivierens. Egal ob das Johannesevangelium auf Spickzetteln zur Prüfungsvorbereitung wird (Ciprian Muresan) oder zwei Flaggen mit der dazugehörigen Geschichte von Sprech- und Hinsehverboten erzählen (Serge Spitzer), hier hat alles seinen Bezug zur Geschichtserfahrung und -erinnerung.

Magda Radu kuratierte den Teil „Here and Then“.Sie bringt Künstler verschiedener Generationen und künstlerischer Mittel zusammen, um den künstlerischen Arbeits- und Schaffensprozess in den Mittelpunkt zu stellen. In Filmen, Bildern und Text-Schrift-Grafiken geht es vor allem um die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart sowie die Findung der eigenen Identität.

Im Teil Fetish Factory, den Adrian Bojenoiu betreute, geht es vor allem um den postkommunistischen Diskurs des jungen Landes. Utopie und Lösungen der Probleme des ‚neuen Lebens’ spielen eine zentrale Rolle - in den alltagsabbildenden Wandzeichnungen Dan Perjovschis ebenso wie in den abstrakten Objekten Alexandru Niculescus.

Die von Mihai Pop zusammen getragene Painting Sectionbeschäftigt sich – der Name ist Programm – mit der figurativen Malerei Rumäniens aus den letzten 40 Jahren. Hier steht die Kunst der ‚Alten’, die bereits vor 1989 und auch danach ihrem eigenen Stil folgend weitgehend unbeleckt von Kunst- und Marktentwicklungen der ‚Restwelt’ künstlerisch tätig waren und sind, der Kunst der ‚jungen’ postkommunistischen Künstler gegenüber, die sich häufig viel direkter und realistischer mit der politischen und sozialen Entwicklung ihres alltäglichen Umfeldes auseinandersetzen.

from cotton to culture

Hundert Künstlerateliers, elf Galerien, Werkstätten, Architekten, Designer, Schmuck- und Modemacher, der Künstlerbedarf «boesner», die Theaterspielstätte «Spinnwerk», ein internationales Tanz- und Choreografiezentrum, Druckereien, das Künstlerbuch «Lubok», das Kino «LuRu» sowie, nicht zuletzt, die gemeinnützige HALLE 14 und viele andere: Aus der ehemaligen Fabrikstadt, die Anfang des 20. Jahrhunderts zur größten Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas angewachsen war, wurde am Beginn des 21. Jahrhundert eine der interessantesten Produktions- und Ausstellungsstätten für zeitgenössische Kunst und Kultur in Europa.

Was seit den frühen 1990er Jahren in der Spinnerei entstanden ist, seit sich die ersten Künstler hier Ateliers einrichteten, war nicht nur das Ergebnis aktiver Planungen. Mut, großes Interesse an der Kunst und Experimentierfreude Vieler und seit 2001 auch eine Verwaltungsgesellschaft und Geschäftsführung, die die Initiativen förderte und mit Bedacht nachhaltige Entscheidungen über den allmählichen Aus- und Umbau der Gebäude traf, trugen dazu bei, dass die Spinnerei zu dem wurde, was sie heute ist.

Maler und Fotografen, Bildhauer, Medien- und Konzeptkünstler arbeiten ungestört in ihren Ateliers. Besucher können in den Ausstellungsflächen zeitgenössische Kunst sehen, über sie diskutieren oder auch Werke kaufen. Drei Mal jährlich finden an Wochenenden die Rundgänge der SpinnereiGalerien mit neuen Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Aber auch sonst gilt: Galerien, die HALLE 14, Werkstätten, Läden und die verschiedenen Firmen und kreativ Tätigen freuen sich über Ihren Besuch!

Auf diesen Seiten erhalten Sie erste Einblicke in die Spinnerei und Informationen über aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen. Zu allen künstlerischen und kreativen Angeboten finden Sie Kontaktangaben, Öffnungszeiten sowie die Links zu den einzelnen Webseiten. Außerdem neu: unser online-Spinnereiladen.

Herzlich Willkommen!