Pinselstriche im digitalen Zeitalter - Eröffnung & Talk

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Die Praxis des digitalen Image-Making stellt eine neue Art und Weise dar, Bilder zu schaffen, die nicht der Malerei oder Fotografie entstammen, sondern durch das Schreiben informatischer Codes entstehen, und damit nicht auf vorgegebenen Bildern von Dingen basieren. Diese Tatsache erlaubt es, die kulturellen und psychologischen Implikationen unseres Umgangs mit Symbolen zu umgehen. Diese besondere Art der Erzeugung von Bildern kann nämlich riesige Mengen an Informationen aus verschiedensten Quellen einkapseln, z.B. fraktale Muster aus der Natur, physikalische Phänomene und mathematische Sätze, um sie dann visuell zu übersetzen. Diese Beschäftigung mit den technischen Voraussetzungen der Erzeugung von Bildern – sowohl digitale als auch gemalte – beeinflusste die Art und Weise, wie wir die Malerei und den Malprozess in seiner historischen und gegenwärtigen Praxis konzeptuell verstehen und praktizieren.
Der von der Universität Konstanz entwickelte Malroboter e-David ist Pionierarbeit in diesem Feld. Viel mehr als nur ein Drucker, der nur ein Bild flach reproduziert, schafft e-David durch Pinselstriche jedes Mal ein Unikat, dessen einzigartige Farbmischung und -schichtung in ihrer Materialität nie wiederholbar ist. Im Oktober 2015 wurde die Künstlerin Liat Grayver von Prof. Oliver Deussen an die Universität Konstanz  eingeladen, um zusammen mit ihm die Anwendung des Roboters aus künstlerisch-kreativer Sicht zu bewerten. Dabei werden vor allem Fragen zu Deep Learning, künstliche Intelligenz und robotische Kreativität innerhalb des Malprozesses diskutiert. 

www.halle14.org

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